über mich
Don Reinhard [ein Blog]

Willkommen auf meinem Blog. Ich heiße Don Reinhard und engagiere mich für das bedingungslose Grundeinkommen. Daneben interessiere ich mich auch noch für alle möglichen anderen Themen, über die ich hier schreibe.


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12. Oktober 2019 [Gesellschaft]
Feminismus: differenziert betrachtet
Beschäftigt man sich mit der Geschichte der westlichen Welt im zwanzigsten Jahrhundert, dann ist eine der bedeutsamsten gesellschaftlichen Strömungen in dieser Zeit zweifellos die Frauenbewegung. Durften Frauen zu Kaiser Wilhelms Zeit noch nicht einmal wählen, und in den fünfziger Jahren kein Bankkonto ohne Erlaubnis des Ehemanns eröffnen, so haben sie heute, im Jahr 2019, dieselben Rechte vor dem Gesetz, und zwar, soweit mir bekannt, ohne jegliche Ausnahme. Oder genauer gesagt: Eine ganz subtile Ausnahme gibt es doch, darauf werde ich gleich noch näher eingehen. Insgesamt kann man aber sagen, dass sich für Frauen in den letzten hundert Jahren ganz ohne Zweifel viel geändert hat, und schon von daher wäre zu erwarten, dass sich auch der Charakter der feministischen Bewegung im Verlauf dieser Zeit geändert haben muss. Ob das wohl so ist, darüber möchte ich mir hier ein paar Gedanken machen.
Was mir auffällt, wenn ich so in die Welt blicke: Wirklich kontroverse Debatten zwischen Feminist*innen und Gegner*innen des Feminismus sieht man in der Öffentlichkeit heute nur noch selten, genauer gesagt fast nie. Wenn überhaupt, dann findet man sie eher im Privaten, an Stammtischen oder auf Schulhöfen. Vor Fernsehkameras würde sich heutzutage kaum noch jemand selbst als Antifeminist bezeichnen, denn wer gegen den Feminismus ist, der wäre ja dann zugleich auch gegen die Frauen, oder etwa nicht? Oder zumindest gegen den Fortschritt, und beides will natürlich niemand auf der Welt sein, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.
Ich meine aber, dass es erlaubt sein muss, jedes Wort, das mit -ismus endet, auch zu kritisieren. Denn schon eine solche Wortendung (vergleiche zum Beispiel: Kapitalismus, Kommunismus, Idealismus, Pragmatismus, Prohibitionismus...) weist doch eigentlich immer darauf hin, dass es sich um ein festgefügtes Mindset handelt, dessen zugrundeliegende Annahmen über das hinaus gehen, was schon allgemeiner gesellschaftlicher Konsens ist.
Kämpft eine Frau dagegen für etwas, von dem wir uns ohnehin schon alle einig sind, dass es Frauen zusteht, dann scheint mir Feministin dafür nicht mehr der richtige Begriff zu sein, sondern ich würde sie dann zum Beispiel als Frauenrechtlerin bezeichnen. Wobei sich der gesellschaftliche Konsens natürlich im Laufe der Jahre auch ändern kann, sodass eine Frau, die von Zeitgenossen noch als Feministin betitelt wurde, im historischen Rückblick dann doch als Frauenrechtlerin gelten kann.
Zum Begriff der Frauenrechtlerin vielleicht noch ein kleiner Gedankenexkurs: Traditionell waren das ja immer Leute waren, die sich dafür eingesetzt haben, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben. Inzwischen ist dieses Ziel aber doch schon erreicht; kann es dann heute überhaupt noch Frauenrechtler*innen geben? Intuitiv hätte ich gesagt "nein". Doch eine Bekannte von mir, sie heißt Elfriede Harth, setzt sich öffentlich für die Streichung des Abtreibungsverbotes aus dem deutschen Strafgesetzbuch ein. Und da dieses Verbot natürlich erst mal primär Frauen betrifft (Männer können nicht schwanger werden), könnte man sie wohl tatsächlich als Frauenrechtlerin in diesem ursprünglichsten Sinne des Wortes bezeichnen.
Sieht man jedoch von solchen Fällen mal ab, dann kann man, denke ich, durchaus konstatieren, dass sich der Charakter der feministischen Bewegung im Laufe der letzten Jahrzehnte geändert hat. Denn im Kontrast zu früher geht es heute nicht mehr hauptsächlich darum, dass Männer und Frauen gleiche Rechte bekommen sollen (die haben sie schon), sondern eher um wirtschaftliche Fragen, wie etwa um Quoten in Unternehmensvorständen, oder dass Frauen und Mädchen vom Staat in besonderer Weise gefördert werden sollen. Und folglich also auch darum, wie sehr der Staat eigentlich ins Leben der Menschen eingreifen soll. Oder anders formuliert: wieviele Aspekte unseres Lebens wir heute über Gesetze regeln wollen, was früher eher auf zwischenmenschlicher Ebene entschieden wurde.
Da es nun also diese neue Komponente in der Debatte gibt, wäre eigentlich kraftvolles Pro- und Kontraargumentieren hier sehr angebracht, damit aus These und Antithese irgendwann eine Synthese entsteht. Nur, eine solche kraftvolle Kontroverse erlebe ich heutzutage irgendwie sehr selten. Womöglich deswegen, weil sich niemand irgendwann auf der "falschen Seite" der Geschichte wiederfinden will?
Denn wer heute gegen Frauenquoten argumentiert, der gehört doch offensichtlich zur selben Kategorie von Menschen, die zu Kaiser Wilhelms Zeit gegen das Frauenwahlrecht und in den fünfziger Jahren gegen noch weitergehende Gleichberechtigung protestiert hätte. Oder etwa nicht? Immer mit dem gleichen Argument, dass das, was Feministinnen bisher schon erreicht hatten, ja so gerade noch in Ordnung sei - aber das, was jetzt gerade politisch geplant sei, das ginge doch nun wirklich zu weit.
Doch was, wenn es auch eine Methode gäbe, wie man objektiv und allgemeingültig entscheiden könnte, was "guter" Feminismus ist und was nicht? Ich glaube, tatsächlich eine solche gefunden zu haben:
Der Trick, sich einfach nur mal zu überlegen, ob hinter einer feministischen Forderung jeweils ein allgemeines Prinzip steht, das man auch ganz ohne die Wörter "Frau" und "Geschlecht" formulieren könnte, oder ob es ein solches Prinzip nicht gibt.
Beispiel Frauenwahlrecht: Hier haben die Sufragetten dafür gekämpft, dass Frauen wählen durften. Oder anders formuliert: dass *alle* Staatsbürger (nach Erreichen der Volljährigkeit) wählen durften. Es wurde also ein allgemeines Prinzip etabliert.
Beispiel Eröffnen des eigenen Kontos: Dito!
Beispiel Streichung des Strafbestands der Abtreibung aus dem Strafgesetzbuch: Hier muss man ein bisschen mehr um die Ecke denken. Dass alle Menschen abtreiben können dürfen sollen und das auch schon ein allgemeines Prinzip sei, wäre nämlich gemogelt, denn mit "alle Menschen" ist hier nun mal nichts anderes als "alle Frauen" gemeint. Trotzdem gibt es auch hier eine Möglichkeit, das universal zu formulieren: Jeder Mensch soll über seinen eigenen Körper selbst bestimmen dürfen. Und ein ungeborenes Baby könnte man, solange es selbst noch nicht lebensfähig ist, vernünftigerweise als Teil des Körpers seiner Mutter betrachten.
Über dieses letztere Beispiel könnte man bestimmt auch noch eine Weile diskutieren, aber es zeigt immerhin, dass diese Grundregel, guten und nicht so guten Feminismus voneinander zu unterscheiden, greift und mit Inhalt gefüllt werden kann.
Wie sieht das nun aber beim Thema Frauenquote aus? Eine solche Quote ist definiert als eine Quote, die vorsieht, dass ein bestimmter Anteil der Menschen in einem Beruf oder in einer Führungsetage Frauen sein sollen. Wie sollte man das ganz ohne Bezugnahme aufs Geschlecht formulieren? Mit "alle sollen dieselben Chancen haben" ist das Prinzip einer Quote noch nicht umrissen; sondern erst, wenn man sich beim Messen dieser Chancengleichheit aufs Geschlecht und eine Prozentzahl festlegt.
Hier manifestiert sich also eine andere Art des Denkens und Urteilens als in den obigen Beispielen: Während es oben nur vordergründig um Frau und Mann, in Wahrheit jedoch um allgemeine Prinzipien ging, geht es diesmal tatsächlich nur ums Geschlecht. Die Feministinnen sind in diesem Fall, anders als oben, vielleicht eher eine Interessens-, quasi eine Lobbygruppe. Und Lobbygruppen darf es in einer Demokratie zwar natürlich geben, sie sollten sich aber als solche zu erkennen geben und auch kritisiert werden dürfen. Solange das allerdings häufig nicht der Fall zu sein scheint, gefällt mir persönlich diese Art von Feminismus nicht.
Ich hoffe, dass dieser Blogeintrag seiner Überschrift so einigermaßen gerecht wurde und ich hier niemandem, wie es bei einem solchen Thema ja schnell mal passieren kann, auf die Füße gestiegen bin.

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11. Oktober 2019 [modernes Leben]
Mehr zum Hardware-Software-Gap
Letzte Woche hatte ich das Phänomen des qualitativen Hardware-Software-Gap beschrieben. Beispiele dafür könnte ich so viele aufzählen, dass es beinahe schon einen eigenen Blog füllen würde. Hier nur acht ziemlich offensichtliche, über die ich mich auf meinem Tablet (der Marke Samsung, also kein sehr exotisches) Tag für Tag ärgere:
- Die Suchmaschine Google war früher immer genial einfach. Doch jetzt haben sich die Entwickler offenbar dazu entschieden, eine zwar kleine, aber doch ziemlich lästige Änderung daran vorzunehmen: Jedes Mal, wenn man im Suchfeld etwas eingeben will, schließt es sich und es erscheint links oben im Browserfenster ein neues Suchfeld, auf das man noch einmal drauftippen muss. Erst dann kann ich mein Suchwort eingeben. Warum, das weiß der Geier.
- Im Google Play Store lassen sich Apps nicht nach Bewertung ordnen. Das macht es einem fast unmöglich, einen Überblick darüber zu bekommen, was für qualitativ gute Apps es dort gibt. Ich würde mir vermutlich viel öfter neue Apps herunterladen, durchaus auch bezahlpflichtige, wenn nur dieses Problem nicht bestehen würde.
- Die Wikipedia schießt wirklich den Vogel ab. Dort habe ich schon seit mehreren Jahren das Problem, dass geographische Orte auf Mini-Landkarten nicht korrekt angezeigt werden. Atlanta, die Hauptstadt von Georgia, wird auf dem nebenstehenden Kartenschnipsel zum Beispiel so angezeigt, als würde sie wie Venedig über dem Meer liegen. Das kann extrem irritierend sein, weil man solche Fehler vielleicht nicht immer sofort bemerkt und dann womöglich eine falsche Vorstellung von der Lage eines Ortes bekommt. Für die Wikipedia-App wurden zwischenzeitlich schon mehrmals ein Update herausgegeben, aber nie wurde dieser Fehler hier korrigiert. Dabei tritt er keineswegs nur auf dem Tablet auf, sondern auch auf dem Smartphone. Kaum vorstellbar, dass ich der einzige bin mit diesem Problem.
- Für Tablets wurden bereits verschiedene legendäre Computerspielklassiker umgesetzt, wie beispielsweise Max Payne oder Z, und das zum Teil auch sehr gut. Speziell das Echtzeitstrategiespiel Z zeigt, dass Computerspiele auf dem Tablet ähnlich viel Spaß machen können wie im Original... Umso mehr fragt man sich dann aber, warum andere, noch deutlich bekanntere Spieleklasser wie etwa Command'n'Conquer, Industriegigant oder Warcraft 2 dann nicht umgesetzt wurden. Wenn der Originalentwickler dazu keine Lust hat, könnte er das Spiel ja auch an jemand anderen verkaufen, der das dann für ihn umsetzt. Das wird nur aus irgendwelchen Gründen nicht gemacht, und ich frage mich aus was für welchen. Das Spiel Z ist übrigens in der Umsetzung fast perfekt, nur eine einzige Level ist vollkommen bugverseucht - und seit über zwei Jahren ist nie ein Update dafür erschienen. Und das, obwohl das Veröffentlichen von nachträglichen Updates doch noch nie so einfach war wie heute.
- Bei vielen anderen Apps, und insbesondere beim Betriebssystem Android selbst, ist man einfach nur noch genervt von den vielen Updates. Besonders lästig dabei ist, dass einem oft gar nicht genau erklärt wird, wozu das aktuelle Update denn gut ist. Nur vage Hinweise sind mir zu wenig; und so hab ich oft gar keine Lust mehr, die neuesten Updates, die oft auch viel Speicher belegen, jedes Mal zu installieren. Und überhaupt: Warum erscheinen eigentlich fast nie Updates, nach deren Installation die App weniger Speicher belegt als vorher? Ist "mehr" in der Vorstellungswelt der Entwickler immer "besser"? Zu gerne würde ich mal ein Interview in einer Zeitung oder Zeitschrift lesen, in dem ein App-Programmierer seine Philosophie dahiner erklärt; falls er denn eine solche hat.
- OpenStreetMap ist ein wunderbares Open-Source-Projekt für Landkarten, welches dem kommerziellen Google Maps in nichts nachsteht. Nur: Warum gibt es für OpenStreetMap eigentlich keine App? Oder jedenfalls konnte ich im Google Play Store bisher keine entdecken, außer für Spezialanwendungen wie Wanderkarten. Dabei ist gerade bei Landkarten das Betrachten über eine App eigentlich viel praktischer als über das Browserfenster. Bin ich etwa der einzige Mensch auf der Welt, der Bedarf nach praktischen Landkarten und Stadtplänen hat (und dabei nicht ständig nur auf Google angewiesen sein will)?
- Fotos kann man auf Smartphones von Apple wunderbar mit dem Finger verschieben, sodass man die Reihenfolge, in der sie angezeigt werden, sich immer selbst aussuchen kann. Auf Android-Smartphones funktioniert das nicht; und das schon seit vielen, vielen Jahren. Warum nicht? Hat es etwas mit Patenten zu tun? Das würde mich wirklich sehr interessieren.
- Auf YouTube ist es seit einiger Zeit möglich, auch kommerzielle Filme wie etwa die von Disney zu erwerben. Nur: Es gibt sie dort, wenn man das von einem einheimischen Tablet aus tut, nur in deutscher Sprache. Dabei macht das doch gerade die Faszination des digitalen Zeitalters aus, dass es technisch gar kein Problem mehr ist, jeden Film auch in mehreren unterschiedlichen Sprachversionen anzubieten. Zumindest die Auswahlmöglichkeit, ein Video in der Originalversion abspielen zu können, sollte doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
- Und schließlich beobachte ich auch immer wieder das Phänomen, dass Hersteller wie Nintendo moderne Versionen ihrer alten Spielkonsolen auf den Markt bringen und darauf dann oft mehrere Dutzend Originalspeicher von Werk aus drauf gespeichert sind - aber niemals sämtliche Spiele, die es ursprünglich mal dafür gab. Aber warum eigentlich nicht? Technisch gesehen dürfte das nämlich gar kein Problem sein, da moderne über den zigtausendfachen Festplattenpeicher verfügen wie die vor dreißig Jahren, selbst wenn man sie sehr, sehr kostengünstig produziert. Offenbar genügt es den Herstellern schon, wenn sie auf die Packung schreiben können "zwanzig unterschiedliche Originalspiele auf einem Gerät". Dass das nicht alle Spiele sind, obwohl es auch alle sein könnten, scheint offenbar niemanden zu stören. Es scheint wohl nur darum zu gehen, ein tolles Gerät auf den Markt gebracht zu haben; die Software darauf hat in den Augen der Elektronikhersteller wohl keinen Wert in sich selbst. Das ist es, was ich mit "qualitativer Hardware-Software-Gap" meine.
Ich hoffe sehr, dass da eines Tages mal ein Umdenken stattfindet. Softwareprodukte sind Kulturgüter, und es sollte ihnen auch entsprechende Wertschätzung entgegengebracht werden. Ein Computerspiel oder -programm, das nicht immer wieder neu bestmöglich für aktuelle Geräte adaptiert wird, kommt mir vor wie ein Gemälde, welches im Keller eines Museums verstaubt.

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10. Oktober 2019 [Ärger des Monats]
Ein besonders dreister Werbeanruf
Gestern werde ich von mobilcom-debitel, meinem Internetprovider anrufen. Ich solle nur über etwas informiert werden, sagt der freundliche Herr am anderen Ende der Leitung.
Und zwar würde jetzt das Internet bei meinem Smartphone auf ein neues System umgestellt, sodass alles noch steller geht und ich noch weniger Funklöcher habe. An meinem Vertrag und an meinem Tarif ändere sich dadurch nichts. Ok, alles klar, sage ich.
Er würde mir dann noch eine Bestätigungs-E-Mail schicken sowie eine E-Mail mit einem Angebot für eine Option, dass ich für zehn Euro zusätzlich im Monat bei freenet Videos angucken kann. Ich müsse nur auf den dort angegebenen Link klicken, schon könne ich dieses sagenhaft tolle Angebot nutzen. Na, meinetwegen, sagte ich. Und an meinem Vertrag ändere sich jetzt wirklich nichts? "Nein, wirklich nicht! Ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch und wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag."
Heute bekomme ich von mobilcom-debitel eine E-Mail, in der steht: "Wir freuen uns, dass Sie sich für freenet Video entschieden haben". Und im Kundenportal unter "meine Verträge" ist dieser Vertrag jetzt aufgelistet.
Daraufhin habe ich heute morgen noch mal versucht, beim Kundenservice anzurufen, um das zu klären, aber nach über 15 Minuten in der Warteschleife habe ich es wieder aufgegeben und stattdessen eine E-Mail an dieses Unternehmen geschickt, dass sie das mal ganz schnell wieder aus der Vertragliste herausstreichen sollen.
Juristisch betrachtet ist das, was mobilcom-debitel da macht, ohnehin unhaltbar. Aber was nützt es?

Michael Bohmeyer von Mein-Grundeinkommen hat übrigens einmal gesagt: "Niemand von denen, die bei uns ein Grundeinkommen gewonnen haben, hat seinen Job gekündigt - bis auf einen, und der hat in einem Callcenter gearbeitet."

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8. Oktober 2019 [Spiritualität]
Ist echter Glaube heutzutage noch möglich?
Wer sich heutzutage Publikationen der evangelischen Kirche(n) ansieht, der wird feststellen, dass es dort fast immer um allgemeine Werte geht, etwa um Frieden, Harmonie und innere Ausgeglichenheit, jedoch kaum noch um konkrete Glaubensinhalte. Dies ist auf den ersten Blick auch nicht schwer zu erklären, hat doch die Wissenschaft doch schon vor 150 Jahren, als Charles Darwin seine Evolutionstheorie veröffentlichte, die Kernaussagen der Heiligen Schrift widerlegt. Somit bleibt den Kirchen also in diesem aufgeklärten Zeitalter nur noch, sich auf möglichst allgemeine Aussagen zurückzuziehen, an denen auch heute niemand zweifelt.
Ich selbst bin auch Christ und verstehe Christsein so, dass man an Jesus Christus an Sohn Gottes glaubt, der Menschen von ihren Sünden befreit hat. Ist das in unserer heutigen Zeit überhaupt noch möglich? Widerspricht es nicht der intellektuellen Redlichkeit, an übernatürliche Dinge zu glauben, wenn die Wissenschaft schon sehr klar zu anderen Erkenntnissen gekommen ist? Stellt man sich als gläubiger Christ womöglich gar gegen die Wissenschaft, so wie es manche Kirchen ja auch tatsächlich tun? Manchen Christen wird ja auch nachgesagt, dass sie ihren Kindern sogar Privatunterricht statt sie an öffentliche Schulen zu schicken, nur damit sie möglichst spät oder am besten gar nicht mit der Evolutionstheorie in Berührung kommen. Und da sind, finde ich, klärende Worte dringend notwendig.
Hierzu muss man sich, denke ich, schlicht und einfach mal klar machen, was Glaube überhaupt ist, und was Wissenschaft ist: Glaube ist für mich eine Entscheidung. Man kann sich innerlich dafür oder dagegen entscheiden, an etwas zu glauben. Man kann sich somit auch für oder gegen Jesus Christus entscheiden, und das Schöne daran: Sowohl eine Entscheidung in die eine als auch in die andere Richtung kann einem von niemandem verboten werden. Selbst in sehr totalitär regierten Ländern kann einem nur der äußere Ausdruck, nicht jedoch der innere Glaube an etwas untersagt werden. Somit ist die Frage, ob Glaube heute noch möglich ist, eigentlich sehr schnell beantwortet. Das ist aber natürlich nur das eine.
Die andere Frage ist, ob dies denn nicht angesichts moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse der intellektuellen Redlichkeit widerspricht. Hierzu muss man sich darüber klar werden, was Wissenschaft ist: Wissenschaft ist ein Stück von unserer Lebenswirklichkeit. Und Realitäten des Lebens abzustreiten oder zu ignorieren ist unredlich, ist ein Zeichen mangelnder Bildung.
Als gebildeter Christ muss ich somit auch anerkennen, was die moderne Wissenschaft sehr klar sagt: Dass alle naturwissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass der Mensch vom Affen (nicht von Adam und Eva) abstammt, und dass auch viele Aussagen des Alten Testaments, wie etwa die Sintflut oder die Existenz eines jüdischen Stammvaters namens Abraham durch archäologische Forschungen nicht bewiesen werden konnten. Auch für das Leben Jesu Christi finden sich außerhalb der Heiligen Schrift kaum Belege, die nicht mindestens erst hundert Jahre nach seinem Tod zu Papier gebracht wurden.
Ist Glaube aus diesem Grund irrational? Nein, denn Naturwissenschaft und damit auch die moderne Archäologie bilden nur einen Teil der Wirklichkeit um uns herum ab. Wer daran zweifelt, der lebt noch in der Gedankenwelt des Materialismus bzw. Naturalismus, zwei philosophischer Strömungen, die das Deutschland des neunzehnten Jahrhunderts maßgeblich prägten. Heute ist die Philosophie schon weiter, und das ist bei vielen Menschen in Deutschland und anderen Teilen Europas nur noch nicht angekommen, was oft die Kommunikation zwischen Christen und Andersgläubigen schwierig macht.
Um dennoch gute Gespräche in diesem Bereich führen zu können, ist, denke ich, vor allem eines ganz unerlässlich: Ehrlichkeit. Niemand sollte von sich in Anspruch nehmen, dass er alles weiß. Weder ein Christ noch ein Agnostiker oder ein Atheist kann alles über die Welt wissen, und das Weltbild jedes Menschen enthält daher zwangsläufig auch Widersprüche. Das gilt übrigens auch für die Naturwissenschaften (man denke zum Beispiel an den Wellen-Teilchen-Dualismus des Lichts).
Aus diesem Grund gebe ich gerne zu, dass die Evolutionstheorie und das biblische Buch Genesis einander widersprechen, und ich habe keine Auflösung dafür anzubieten. Dennoch glaube ich an die Bibel und ziehe daraus Konsequenzen für mein eigenes Leben. Auch der "Idealismus", mit dem ich mich für das bedingungslose Grundeinkommen engagiere, liegt darin begründet.

Eine weitere interessante Frage ist übrigens noch, wie sich Staat und Kirche zueinander verhalten sollten. Kurz gesagt, ich halte eine strenge Trennung zwischen den beiden für den einzigen vernünftigen und in unser Jahrhundert passenden Weg. Warum ich das glaube, darauf werde ich in einem späteren Eintrag noch einmal etwas genauer eingehen.

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7. Oktober 2019 [Utopien für die Zukunft]
Humanwirtschaft: was daran falsch sein kann
Wer sich einige Zeit für das bedingungslose Grundeinkommen engagiert, der stößt früher oder später auch auf verschiedene Gruppen, die für ein "humaneres Wirtschaften" eintreten. Der Vorschlag einer Gemeinwohl-Ökonomie von Christian Felber geht beispielsweise in diese Richtung, und auch auf Facebook gibt es eine Gruppe, die sich für eine "Humanwirtschaft" anstelle von Kapitalismus oder Kommunismus ausspricht. Der Tenor solcher Überlegungen ist in der Regel, dass es allen Menschen besser gehen würde, wenn nur die Entscheidungsträger in der Wirtschaft endlich einmal mehr Verantwortung übernehmen würden. Wenn Unternehmen zum Beispiel mehr die Umwelt im Blick haben, anständigere Löhne zahlen, weniger Leute entlassen, für bessere Arbeitsbedingungen sorgen, mehr Teilzeitarbeit und so weiter. Klingt doch alles erst mal sehr gut. Was kann daran falsch sein? Und ist das nicht auch genau das, was mit einem bedingungslosen Grundeinkommen erreicht werden soll?
Völlig unbestritten ist, dass der humanistische Gedanke - der Mensch steht im Mittelpunkt - ein Kernelement des BGEs darstellt. Doch wer von Humanwirtschaft spricht, der tut leider mehr, als nur den Menschen ins Zentrum zu stellen: Er richtet den Scheinwerfer zugleich auch auf einen ganz bestimmten Einzelaspekt des menschlichen Zusammenlebens, nämlich die Wirtschaft. Das geht dann zum Teil so weit, dass ich sogar schon die Behauptung gehört habe, die Knappheit, mit der Arbeitslose immer wieder konfrontiert wären, sei eine Verschwörung der Wirtschaft: Wenn Hartz-IV-Empfänger sich kein frisches Obst leisten können oder keine schimmelfreie Wohnung, dann sei das darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaft zwar mehr produzieren könnte, es aber bewusst nicht tut, um durch diesen künstlich herbeigeführten Mangel die Menschen gefügig und erpressbar zu halten.
Der Denkfehler dabei ist folgender: Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird in Deutschland gerade nicht von der Wirtschaft bestimmt, sondern von der Politik. Selbstverständlich versucht erstere auf letztere auch Einfluss zu nehmen, etwa durch Lobbyverbände. Doch welche Partei wir dann wählen, bleibt immer noch uns selbst überlassen. Und wenn etwa bei der letzten Bundestagswahl 23,8% überhaupt keine Partei und 0,2% das Bündnis Grundeinkommen gewählt haben, dann scheint mir die Behauptung, das alles wäre nur eine dunkle Intrige der Wirtschaft, doch etwas arg weit hergeholt.
Nun sind natürlich nicht alle, die für Humanwirtschaft sind, Verschwörungstheoriker. Viele wollen einfach nur, dass es in der Ökonomie ein bisschen menschlicher zugeht als bisher. Und dagegen ist doch nun wirklich nichts zu sagen?
Leider doch. Denn bevor man sich Menschlichkeit (Humanität) auf die Fahnen schreibt, muss man sich zuallererst einmal überlegen, was dieser Begriff überhaupt ganz genau bedeutet. Was ist eigentlich menschlich?
Menschlich ist, dass wir geschützte Räume brauchen, in denen wir uns entwickeln und zu uns selbst finden können, und wo wir angenommen sind mitsamt unseren persönlichen Fehlern und Schwächen. Menschlich ist aber auch, dass wir uns mit anderen messen wollen und Rekorde aufstellen und austesten wollen, wo wir auf dieser Welt stehen, wenn wir mal ohne Polster und Auffangnetz nichts anderem als der harten, nüchternen Realität gegenübergestellt sind. Auch das steckt tief in uns drin und macht uns als Menschen aus. Reinhold Messner ist auf den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt, gestiegen, um dieses Gefühl zu erleben. Und so ähnlich braucht, denke ich, jeder von uns irgendwann mal seinen persönlichen "Mount Everest", um wirklich ganz Mensch zu sein.
Die freie Wirtschaft ist ein Bereich in unserer westlichen Gesellschaft, wo man so etwas erleben kann. Denn wer ein Produkt oder eine Dienstleistung kommerziell anbietet, der ist damit in der Regel nur dann erfolgreich, wenn dieses Produkt oder diese Dienstleistung auch wirklich gut ist. Nur "ich habe mich sehr bemüht" zählt als Verkaufsargument noch nichts, und genau deswegen gleicht eine solche Markteinführung, denke ich, auch immer ein wenig der Besteigung eines Mount Everests, und löst im Erfolgsfall auch ähnliche Glücksgefühle, eine ähnliche innere Befriedigung aus. Das scheint mir der Grund zu sein, warum viele auch lieber als Selbstständige das Risiko grandiosen Scheiterns in Kauf nehmen, als als Angestellte nur immer wieder einen tristen Acht-Stunden-Tag absitzen zu müssen.
Wenn wir nun in die Wirtschaft einzugreifen versuchen mit dem Argument "es muss mehr Menschlichkeit her", dann müssen aufpassen, dass wir mit dieser löblichen Absicht nicht am Ende das genaue Gegenteil davon erreichen: Denn was gibt es unmenschlicheres, als Bergleute, die früher mal für das Wirtschaftswunder gearbeitet und darin Lebenssinn gefunden haben, jetzt nur noch deswegen in die Kohlegruben zu schicken, weil es staatlich subventioniert ist?
Um zu verstehen, in welcher Beziehung die Wirtschaft und die übrige Welt stehen, stellen wir uns mal ein großes Kreuzfahrtschiff vor: Der Maschinenraum dieses Ozeandampfers wäre die Wirtschaft... Nun könnte jemand auf die Idee kommen, im Sinne eines humaneren Wirtschaftens einige Liegestühle in den Maschinenraum zu stellen. Denn natürlich ist der Maschinenraum nicht der freundlichste Ort dieses Dampfers, und ein bisschen mehr Komfort und Menschlichkeit würde sich da doch gut hinpassen, oder nicht? Nein, denn in der Praxis würden die Liegestühle denen, die dort arbeiten wollen, nur im Wege stehen! Ausruhen kann man sich auf einem Kreuzfahrtschiff an Deck, und dort passen die Liegestühle auch gut hin. Und zwar genau deswegen, weil dort nicht wie im Maschinenraum gearbeitet wird.
Wer nun Mitleid mit den Arbeitern im Maschinenraum hat, weil die so schwer schwitzen und schuften, der sollte sich nicht auch noch über sie lustig machen, indem er ihnen Liegestühle zwischen die Beine stellt, sondern ihnen lieber die Möglichkeit geben, dass sie eben nicht den ganzen Tag lang dort arbeiten müssen, sondern auch mal aufs Deck kommen dürfen und sich dort ausruhen.
Ganz analog sollte auch in einem politischen Gemeinwesen (wie Deutschland eines ist) jeder Mensch die Möglichkeit haben, nicht nur Erwerbsarbeit zu leisten, sondern auch in anderen Bereichen des Lebens Sinn und Erfüllung zu finden. Wenn sich aber jemand entscheidet, doch Erwerbsarbeit zu leisten, weil er genau das braucht - weil er oder sie genau darin seinen/ihren Mount Everest findet - dann sollte niemand dazwischengrätschen und ihm die Freude an der Arbeit durch bürokratische Auflagen zu nehmen versuchen. Schon gar nicht unter einem scheinheiligen Fähnchen der selbst definierten Menschlichkeit.
Manch ein Anhänger der Humanwirtschaft wird sich vielleicht jetzt missverstanden fühlen. Ihm oder ihr ging es wirklich nur darum, die Arbeitsbedingungen, den Umweltschutz und so weiter ein wenig zu verbessern, ganz ohne irgendwelche weiteren Implikationen oder ideologischen Ballast... Wer so fühlt und denkt, dem kann ich wirklich nur folgendes raten: Engagiert euch für das bedingungsloses Grundeinkommen. Denn wenn es das einmal gibt (in einer Form und Höhe, die auch wirklich den vier Kriterien entspricht), dann wird es automatisch eine humanere Wirtschaft geben. Und zugleich auch eine humanere Politik, eine humanere Wissenschaft, eine humanere Kindererziehung und so weiter. All diese Bereiche sind mindestens ebenso wichtig wie die Wirtschaft, und wichtiger als alle diese Bereiche zusammen genommen bin ich als Mensch. Dieses Menschsein, nicht die Wirtschaft, muss wieder mehr in den Fokus unseres Denkens treten, dann und nicht vorher geht es uns allen auf dieser Welt besser.

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5. Oktober 2019 [Utopien für die Zukunft]
Wo Precht recht hat, und wo nicht
Richard David Precht ist zurzeit ein beliebter Gast bei Talkshows und hat mehrere Bücher geschrieben. Er spricht da viele wichtige Themen an, wie etwa die Digitalisierung und die Reformbedürftigkeit des Bildungssystems, und er engagiert sich nicht zuletzt auch für das bedingungslose Grundeinkommen. Persönlich finde ich seine Beiträge immer wieder sehr erfrischend, und ich war auch selbst schon mal bei einem seiner Vorträge, hier an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nie ist das, was Precht so von sich gibt, langweilig, und jedes einzelne der mehreren Dutzend Videos, die einem aufgelistet werden, wenn man auf Youtube nach seinem Namen sucht, kann ich empfehlen. Und da ganz offensichtlich nicht nur ich so denke, sind die Kommentare unter solchen Videos auch immer recht enthusiastisch; da heißt es dann "Precht for president!" oder auch mal, etwas lapidarer: "Precht hat recht."
Doch wie Richard David Precht ja selbst immer gerne sagt, "zu viel Weihrauch schwärzt den Heiligen", und so möchte ich im folgenden auch keine Laudatio auf ihn schreiben, sondern einige kritische Anmerkungen zu seinen Thesen machen sowie Kontrathesen dazu aufstellen.
Nicht derselben Meinung wie er bin ich zum Beispiel in Bezug auf das Kinder-Grundeinkommen: Precht findet, dass dieses unnötig ist und es bestenfalls, wenn überhaupt, ein Kindergeld geben sollte in derselben Höhe, wie wir es jetzt auch schon haben. Aus seiner Sicht würde das sonst nämlich dazu führen, dass die Menschen in Deutschland immer mehr Kinder bekommen, und zwar genau die, die sowieso keine Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen wollen (das genaue Zitat hier ).
Problematisch ist das erstens schon deshalb, weil es eine Unterstellung beinhaltet. Menschen aus sogenannten "bildungsfernen Milieus", die heute bekanntlich überdurchschnittlich viele Kinder haben und die Precht daher vermutlich vor Augen haben dürfte, wenn er solche Aussagen macht, würden demnach dann wohl nur deswegen Kinder bekommen, weil sie nichts besseres zu tun haben im Leben? Dass diese Kinder womöglich gerade ein Ausdruck des Wunsches sind, irgendwie etwas zur Gesellschaft beizutragen, und wenn schon nicht durch Arbeit dann eben so, das kommt für Precht nicht infrage?
Gut denkbar ist sicher auch, dass Precht sich einfach nur Sorgen um das Bevölkerungswachstum macht; denn immerhin beträgt die Weltbevölkerung (Stand 2019) schon acht Milliarden Menschen und es werden jedes Jahr mehr. Vor diesem Hintergrund wirkt es auf den ersten Blick sicher eher verantwortungslos und kontraproduktiv, das Zeugen von Nachwuchs nun in Form eines Kinder-BGEs auch noch finanziell zu fördern.
Nur, über genau diesen Punkt würde ich mir gar nicht so viele Sorgen machen. Denn wenn wir weltweit die Geburtenstatistiken verschiedener Länder vergleichen, dann stellen wir fest, dass Familien immer dort besonders viele Kinder bekommen, wo alte Menschen durch das institutionelle Sozialsystem wenig abgesichert sind. Kinder sind dann gewissermaßen der Ersatz für eine solche Absicherung, und je mehr man von ihnen hat, desto weniger Sorgen muss man sich im Alter machen... Und genau hier verändert ja das BGE etwas: Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen braucht man sich keine Sorgen mehr um Altersarmut zu machen, und auch wer gar keine Kinder hat, kann ganz unbeschwert das Leben genießen. Sollten wir das BGE also eines Tages mal global einführen, dann wird das der weltweiten Bevölkerungsexplosion einen deutlichen Dämpfer versetzen und zu einer gesünderen demographischen Entwicklung führen, auch mit einem Kinder-Grundeinkommen.
Nun komme ich noch zu weiteren Punkten, bei denen ich mit Precht nicht ganz konform gehe. So finde ich zum Beispiel einige Vorschläge, die er macht, ein bisschen paternalistisch. Nämlich insbesondere den, dass es ein, oder am besten sogar zwei verpflichtende soziale Jahre geben sollte, quasi in Analogie zur mittlerweile abgeschafften Wehrpflicht. Precht schlägt vor, dass es das erste soziale Jahr direkt nach dem Abitur und das zweite unmittelbar vor der Rente geben könnte; und das klingt ja auch erst mal gut. Die Idee ist ausgewogen, da es nicht nur "gegen die Alten" oder "gegen die Jungen" geht, auch wäre das unabhängig vom Geschlecht. Von diesem Aspekt her ist Prechts Vorschlag weitaus sympathischer als die Wehrpflicht, der eine solche Ausgewogenheit ja nicht innewohnt.
Nun ist es aber so, dass es die Wehrpflicht in Deutschland glücklicherweise auch schon gar nicht mehr gibt (wenn auch theoretisch die Möglichkeit bestünde sie jederzeit wieder einzuführen), und somit muss auch nicht unbedingt schnell ein Ersatz dafür her. Es sei denn, man trauert nostalgisch noch der guten alten Zeit nach, und genau das tut Richard David Precht. Er argumentiert, dass die Leute in Deutschland ja heutzutage immer weniger Sinn fürs Gemeinwesen hätten, seit es die Wehrpflicht beziehungsweise den Zivildienst nicht mehr gibt... Aber stimmt das denn überhaupt? Die Fridays-for-Future-Bewegung weist doch eigentlich genau in die umgekehrte Richtung: Junge Menschen sorgen sich für die Zukunft unseres Planeten (und damit natürlich auch die des Gemeinwesens), während genau die Alten, die doch selbst noch "zum Bund gegangen" sind (und somit nach Prechts Theorie am meisten Sinn für die Allgemeinheit haben müssten), sich nicht nur nicht konsequent an den Demos beteiligen, sondern sogar noch süffisant danach fragen, ob das denn überhaupt okay sei, "die Schule zu schwänzen". Deutlicher könnten Prechts Behauptungen doch kaum widerlegt werden.
Und auch davon abgesehen bin ich der Ansicht, dass man Menschen zu ihrem Glück nicht zwingen muss; und wenn es tatsächlich so ist, wie Precht es behauptet, dass man auch in sozialer, unbezahlter Arbeit Erfüllung finden kann, dann werden sich auch immer genug Leute finden, die das machen. Wer möchte nicht ein erfülltes Leben haben? Das Nudge-Prinzip, das Precht hier ins Felde führt, lehne ich ab, denn ich möchte von niemandem "gestupst" werden, auch nicht vom Staat. Precht ist in diesem Punkt längst nicht so fortschrittlich und progressiv, wie er sich als Digitalisierungsapologet sonst immer gibt.
Darüber hinaus hätte ich auch noch einige weitere seiner Positionen zu kritisieren, etwa im Bereich des Tier- und Umweltschutzes sowie den Vorschlag, in einer BGE-Gesellschaft die untersten tausend Euro nicht zu besteuern. Auf diese Dinge werde ich vielleicht in einem späteren Blog-Eintrag noch mal zu sprechen kommen.
Zum Schluss will ich aber noch schreiben, wo Precht recht hat: Auch das sind natürlich unzählbar viele Aussagen. Davon die wichtigste ist vielleicht, dass Precht gerne von einer "digitalen Revolution" analog zum Begriff der industriellen Revolution spricht, und ich glaube, dass er in diesem Punkt recht hat. Nach wie vor unterschätzen das viele Leute, auch sehr intelligente, und argumentieren dann zum Beispiel, dass doch die industrielle Revolution überhaupt erst die Maschinen und die Elektrizität und überhaupt all das hervorgebracht hat, was wir für diesen digitalen Wandel heute benötigen - folglich könne es sich doch hier gar nicht um eine echte Revolution handeln, sondern nur um eine Art Nachbeben des vorhergegangenen.
Wer so argumentiert, der übersieht allerdings, dass natürlich alles, was wir tun, auch immer auf Leistungen unserer Vorväter (und -mütter) basiert. Auch die industrielle Revolution wäre nicht möglich gewesen, wenn vorher nicht schon jemand die Buchpresse oder (noch offensichtlicher) die Metallurgie erfunden hätte. War es deswegen weniger eine Revolution?
Dabei könnte man Precht durchaus einen zu alarmistischen Unterton vorwerfen, sein Szenario von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen", das er dem Publikum in schöner Regelmäßigkeit vor Augen malt, schießt ein bisschen über das Ziel hinaus. Doch ob man das nun so oder anders beschreiben möchte, ein Umbruch steht uns definitiv bevor. Auch zu Kaiser Wilhelms Zeiten haben schon viele geglaubt, das Ende der Geschichte sei bereits erreicht und nun würde alles nur noch immer bequemer und besser dank des technischen Fortschritts - und dann ist es doch anders gekommen. Mein Gefühl ist, dass Precht sich wirklich auch sehr ernsthaft mit Geschichte befasst hat und das ihn das von vielen unterscheidet, die in Talkshows nur mit behäbiger Stimme fordern, alles so zu belassen wie bisher und nur mal an diesem und mal an jenem Stellschräubchen zu drehen.
Richard David Precht will einen grundlegenden Wandel unseres Systems, und ich bin mir ganz sicher: mit diesem Ansinnen liegt Precht schon mal richtig!

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4. Oktober 2019 [bedingungsloses Grundeinkommen]
Weltweites BGE... wäre das vielleicht noch schöner? ;)
Recht hartnäckig hält sich in der Öffentlichkeit das Gerücht, das BGE sei ein eher schwammiges Konzept, das von einem solidarischen Grundeinkommen bis zu einer negativen Einkommenssteuer so ziemlich alles bedeuten könne. Dabei ist es, von einem Verein namens Netzwerk Grundeinkommen, schon vor etlichen Jahren sehr genau definiert worden, und so gut wie alle namhaften Befürwörter der Idee gehen mit dieser Definition, bekannt als die vier Kriterien, auch konform. Dessen ungeachtet gibt es zwischen den verschiedenen Anhängern natürlich auch Meinungsunterschiede, und einer dieser Unterschiede besteht darin, wo genau das bedingungslose Grundeinkommen denn nun eingeführt werden soll: In Deutschland? In der Europäischen Union? Oder gleich weltweit?
Auf den ersten Blick scheint dieses Problem auch eher zweitrangig, schließt doch das eine das andere nicht aus. Wird das BGE weltweit eingeführt, dann selbstverständlich auch gleichzeitig deutschland- und EU-weit. Wird es deutschlandweit eingeführt, dann später vielleicht auch in anderen Teilen der Welt.
Und trotzdem werden einem, wenn man sich für das BGE ausspricht, solche Fragen immer wieder gestellt, und zwar fast immer mit großer Emotionalität. Je nachdem, wie man antwortet, wird man von seinem Gegenüber entweder in die Schublade eines herzlosen Nationalisten oder die eines naiven Träumers gesteckt. Und groß ist da die Versuchung, einfach den salomonischen Kompromiss eines EU-weiten BGEs zu wählen, dann ist man wenigstens nur zu 50% Nationalist und zu 50% Träumer.
Aber so einfach will ich es mir hier nicht machen, sondern ich möchte hier einmal eine Lanze brechen für ein deutschlandweites BGE... und eine Lanze brechen für ein weltweites BGE... und dann zu einer mehr oder weniger überraschenden Schlussfolgerung kommen:
- Unter den prominenten BGE-Rednern scheinen mir vor allem der dm-Gründer Götz Werner und der Soziologe Sascha Liebermann immer eine deutschlandweite Einführung vor Augen zu haben, wenn sie von dieser Idee sprechen. Das Argument dafür ist ein ganz banales und irgendwie auch sehr überzeugendes: In Deutschland verfügen wir über demokratische Institutionen wie den Bundestag, die über die notwendige Gesetzgebungskompetenz verfügen, um das bedingungslose Grundeinkommen quasi von einer Legislaturperiode auf die andere innerhalb der deutschen Staatsgrenzen einzuführen. Schon das EU-Parlament hat solcherlei Kompetenzen (noch) nicht, denn die Sozialgesetzgebung liegt in der Hand der europäischen Einzelstaaten. Das ist der Grund, warum Italien beispielsweise - vielen ist das gar nicht mal so bewusst - ein vollkommen anderes Sozialsystem hat als Deutschland.
Die Frage, wer genau das BGE denn im Falle einer deutschlandweiten Einführung bekommen würde - nur deutsche Staatsbürger oder alle, die hier wohnen - macht einen als Neuling in der BGE-Debatte schon mal verlegen, ist aber eigentlich schnell beantwortet: Jeder deutsche Staatsbürger bekommt ein BGE, genau wie in der oben verlinkten Definition ("... eine politische Gemeinschaft ... jedem ihrer Mitglieder ..."). Wer kein deutscher Staatsbürger ist, bekommt kein BGE, aber - und das darf man natürlich nicht vergessen mit dazu zu sagen - das bedeutet nicht, dass Ausländer in Deutschland deswegen leer ausgehen müssen. Sie können ebenfalls Geld vom Staat bekommen, und möglicherweise sogar in derselben Höhe wie das BGE - nur heißt dieses Geld dann eben nicht BGE, und wie hoch solche Unterstützungsleistungen genau wären, das müsste demokratisch entschieden werden. Eben genau so wie heute auch.
Unschön an der ganzen Sache ist natürlich, dass dann eine Menge Sozialstaatsbürokratie erst mal auch weiterhin erhalten bleiben müsste. Allerdings ist der Bürokratieabbau ja auch nicht das einzige Argument für das bedingungslose Grundeinkommen.
Vom Gerechtigkeitsaspekt her macht ein nationales BGE Sinn, denn auf diese Weise profitieren davon letztendlich genau diejenigen, die auch am demokratischen Willensbildungsprozess, der seiner Einführung vorangehen muss, beteiligt waren. Staatsbürger anderer Länder können darauf verwiesen werden, dass sie sich eben dort für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen müssen, wo sie auch das Wahlrecht genießen.
Was ist mit denjenigen, die zwar einen ausländischen Pass besitzen, aber dennoch ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland? Wäre es nicht furchtbar ungerecht, ihnen das BGE zu verwehren? Ja, absolut. Aber dann ist es auch ungerecht, ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft zu verwehren. Denn wollen wir diese Leute denn mit Geld abspeisen, sie bei demokratischen Wahlen aber aussperren? Das wäre zweifelsohne bevormundend und paternalistisch. Und so könnte man vielleicht, zum Wohle aller, die Einführung eines deutschlandweiten BGEs auch gleich mit einer Reform der Regelungen verbinden, wer wann die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen darf.
- Aber wenn wir uns schon so viele Gedanken machen müssen, warum führen wir das bedingungslose Grundeinkommen dann nicht gleich weltweit ein? Das offensichtlichste und kaum von der Hand zu weisende Argument dagegen ist, dass es schlicht und einfach keine Weltregierung gibt, die das einführen könnte. Und das BGE in einer Form zu fordern, die realistischerweise so gar nicht eingeführt werden kann, würde die Idee natürlich schwächen.
Würde man jetzt als Pro-Argument "nachschießen", dass eine solche Weltregierung doch, auch wenn es sie jetzt noch nicht gibt, in naher oder mittlerer Zukunft vielleicht mal etabliert werden könnte, dann stoßen wir gleich auf das nächste sehr ernst zu nehmende Gegenargument: Selbst wenn eine solche Weltregierung überhaupt möglich und realistisch wäre, wollen wir dann eine solche überhaupt? Denn was unsere Welt schön und lebenswert macht, ist doch gerade ihre Vielfalt und dass Menschen die Freiheit haben, individuell sowie auch in Form von staatlicher Vergemeinschaftung, unterschiedliche Wege zu gehen.
Sogar noch ein drittes Argument gegen das weltweite BGE gibt es, das hier unbedingt aufgeführt werden soll, da es ungeheuer wichtig ist und dennoch viel zu oft übersehen wird: Die Menschen auf der Welt sind kulturell sehr unterschiedlich. Sogar schon, wenn es um die Menschenrechte in ihrer bisherigen Form geht, sehen wir, dass es Kulturkreise (wie den europäischen) gibt, in denen sie sehr ernst genommen werden, und andere (etwa den chinesischen oder den arabischen), in denen man sich damit schwer tut, weil die Werte, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende dort etabliert haben, einfach ganz andere sind als hier in Deutschland. Unter solchen Voraussetzungen jetzt auch noch ein weltweites Grundeinkommen zu fordern, ist das nicht doch ein bisschen blauäugig? Zumal sich ja selbst hierzulande noch nicht alle darüber einig sind; denn zwar sprechen sich bei unverbindlichen Umfragen schon mehr als 50% der Leute für das BGE aus, aber auf die politische Wahlentscheidung wirkt sich das nur bei ungefähr 0,05% von ihnen aus. Bejahung nach dem Motto "schön wär's" - oder wie könnte man das anders interpretieren?
Nach all diesen Überlegungen erscheint es weltfremd, sich noch ernsthaft für ein globales Grundeinkommen aussprechen zu wollen, oder etwa nicht? Nein, keineswegs, denn alle drei soeben angeführten Argumente lassen sich widerlegen:
Ein bedingungsloses Grundeinkommen hat eben nicht, wie Sascha Liebermann es zum Beispiel postuliert, etwas mit Kultur zu tun. Das Bedürfnis nach Existenz und gesellschaftlicher Teilhabe ist kulturübergreifend, und auch wenn verschiedene Kulturen verschiedene (und uns zum Teil sehr fremdartig erscheinende) Vorstellungen davon haben mögen, wem dies wann gewährt werden soll, so dürfen wir doch nicht vergessen, dass das globale Wirtschaftssystem mit seinen Märkten und seinem zwischenstaatlichen Außenhandel historisch betrachtet von uns (das heißt von uns Europäern, zum Teil natürlich auch von arabischen Händlern) etabliert wurde. So weit mir bekannt ist, hat kein Land auf der Welt, in dem heute mit Geld gewirtschaftet wird, dieses vollkommen unabhängig von europäischem (oder muslimischem) Einfluss eingeführt. Und ein bedingungsloses Grundeinkommen bezieht sich auf genau diesen Aspekt des Lebens.
Über die Frage, ob Menschen mit Messer und Gabel, mit Stäbchen oder mit den Fingern essen, wird durch die Einführung eines BGEs gar nicht entschieden, ebenso wenig über die Landessprache oder welche Geschwindigkeitsbegrenzungen dort auf den Autobahnen gelten sollen.
Und damit kommen wir auch direkt zum Argument gegen die Weltregierung: Eine Weltregierung, die über alle Bereiche unseres Lebens bestimmt, würde ich persönlich definitiv ablehnen. Schon die Kompetenzen der europäischen Institutionen heute in Brüssel gehen mir teilweise etwas zu weit, wenn dort beispielsweise über den Krümmungsgrad von Bananen oder die Frage entschieden wird, wo in Europa Weißwein und wo Rotwein staatlich subventioniert werden soll. Demokratie macht einfach mehr Spaß, wenn sie bürgernah ist und nicht, wenn irgendwo weit weg entschieden wird.
Doch genau das ist eben der Punkt: Ein bedingungsloses Grundeinkommen entscheidet nichts, gibt den Menschen nichts vor. Es steht der Vielfalt und Pluralität nicht im Wege, sondern macht diese sogar erst in aller Konsequenz möglich. Wer monatlich sein BGE bekommt, der wird nicht aus Not oder aus wirtschaftlichen Gründen irgendwohin ausreisen, sondern wird deshalb nach Japan reisen, weil er Japan so mag, oder deswegen nach Deutschland reisen, weil er Deutschland so mag, oder deswegen nach Ägypten, weil er Ägypten so mag. Das wird kulturelle Diversität auf der Welt eher noch mehr befördern, und jede Weltregierung, die selbstgefällig daran etwas zu ändern bestrebt wäre, würde an allen Orten auf empörten Widerstand stoßen.
Aus diesem Grund wäre ich sehr dafür, dass wir mal eine Weltregierung einrichten, die genau eine Aufgabe hat: nämlich ein weltweites BGE zu verwirklichen.
Und woher weiß ich, dass da auch alle Länder auf der Welt mitmachen? Nun, mit Sicherheit wissen kann ich das nicht, und vielleicht wird sich auch das eine oder andere Land, Somalia oder Nordkorea vielleicht, am Anfang noch dem verschließen. Und dennoch bin ich da sehr optimistisch, denn auch in der Vergangenheit hat internationale Zusammenarbeit schon oft gut funktioniert, wann immer es wirklich rationale und, wie ich es nenne, kulturübergreifende Argumente dafür gab. So gibt es beispielsweise in fast allen Ländern auf der Welt Reisepässe, die alle mehr oder weniger den formalen Kriterien deutscher Einreisebehörden entsprechen, und zuletzt hat man es sogar geschafft, weltweit das Treibhausgas FCKW zu verbieten, sodass sich heute das Ozonloch über der Antarktis schon langsam wieder schließt. Beides ist nicht überall perfekt und hundertprozentig durchgesetzt worden, aber es zeigt immerhin, dass internationale Zusammenarbeit nicht per se schon illusionär ist. Warum sollte uns das mit dem BGE nicht auch gelingen?
Zur Finanzierungsfrage ist auch hier wieder zu sagen, dass natürlich nur so viel an materiellem Wohlstand verteilt werden kann, wie auch vorhanden ist. Doch mangelt es weltweit betrachtet an einem solchen Wohlstand? Klar ist, dass es vielen Ländern im südlichen Afrika und anderen Teilen der Welt nach wie vor sehr schlecht geht, wenn auch heute nicht mehr ganz so schlecht wie noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Zugleich gibt es allerdings durch Digitalisierung und Automatisierung - das lässt sich doch, denke ich, kaum bestreiten - immer mehr Möglichkeiten, bei gleich bleibendem Einsatz an Arbeitskraft immer mehr materielle Güter zu produzieren. Ob das auch gut für die Umwelt ist, ist übrigens noch mal eine eigene Frage, aber "gütertechnisch produzierbar" (und damit, nach dem Zitat eines bekannten Ökonomen, auch finanzierbar) ist dieser Wohlstand, und wir müssen uns jetzt als Gesellschaft nur noch überlegen, wie wir ihn verteilen wollen: Dürfen die Menschen in Afrika was davon abhaben? Ja? Nein? Ein bisschen was?
Da begrenzende Faktoren für die Ökonomie inzwischen ganz offensichtlich sowieso eher Umweltaspekte wie der globale CO2-Ausstoß sind und weniger der Faktor Arbeitskräfte, speziell wenn wir dabei an unqualifizierte Arbeitskräfte am Fließband denken, dann spricht doch eigentlich auch gar nichts dagegen, dass der Großteil der weltweiten Auto-, Chemie- und Zahnbürstenproduktion, soweit sie nicht schon nach China ausgelagert ist, in europäischen Ländern wie Deutschland verbleibt. Wenn wir ein weltweites BGE auch von Deutschland aus finanzieren würden - so abenteuerlich es auch erst mal klingt - dann wäre so etwas auch möglich, und der Preis dafür wäre, dass jeder Deutsche auch weiterhin nur einen Kühlschrank in der Küche und ein oder zwei Autos in der Garage stehen hätte. Nicht fünf oder sechs oder sieben, wie bei den anhaltenden Produktionssteigerungen andernfalls zu erwarten wäre.
Manche würden mit einem BGE vielleicht auch aufhören zu arbeiten, aber das ist ein Teil der BGE-Debatte, der ganz unabhängig davon ist, wo wir es einführen. Im schlimmsten Falle müssten wir uns mit einem weltweiten bedingungslosen Grundeinkommen vielleicht auch mal dazu entschließen, die Grenzen zu öffnen, damit arbeitswillige Pakistaner oder Nigerianer nach Deutschland einwandern könnten, um das, was uns hierzulande verloren geht, wieder zu ersetzen. Zum Thema offene Grenzen siehe übrigens auch den Bestseller Utopien für Realisten des holländischen Autors Rutger Bregman, da wird das noch weitergesponnen.
Die Frage, ob wir so etwas wirklich wollen oder nicht (immer eine sehr wichtige Frage übrigens), hängt wohl nicht so sehr von wirtschaftlichen Überlegungen ab, als viel mehr davon, was für ein Menschenbild wir eigentlich von den Bewohnern anderer Länder auf diesem Planeten haben. Oder besser ausgedrückt vielleicht: Was für ein Menschenbild wir generell haben.
So scheint mir, dass die Fragen, auf die man stößt, wenn man über ein weltweites BGE nachdenkt, nur immer wieder dieselben sind wie die, wenn man sich über ein nationales BGE Gedanken macht... Wollen wir da denn nicht gleich Nägel mit Köpfen machen?
Alles in allem bin ich daher der Ansicht, dass ein weltweites BGE tatsächlich "noch schöner" wäre! Nämlich noch schöner als ein nationales und auch noch schöner als ein EU-weites BGE. Pragmatische Zwischenschritte (dies den Politikern zur Versöhnung gesagt) sind aber deswegen natürlich nicht ausgeschlossen.

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2. Oktober 2019 [modernes Leben]
Unser qualitativer Hardware-Software-Gap
Ja, der Begriff ist klobig, aber ich habe bisher noch keinen besseren gefunden für dieses wichtige Phänomen hier, das unser vor zwei Jahrzehnten erst begonnenes 21. Jahrhundert prägt und über das in den Medien leider kaum diskutiert wird: Wir alle verfügen im Bereich der Elektronik von Jahr zu Jahr über bessere Hardware, aber kaum über bessere Software.
Was meine ich damit genau? Es gibt zugegeben auch auf der Hardwareebene noch immer einiges zu tun auf der Welt im allgemeinen und in Deutschland im speziellen. So ist der Internetempfang in der Frankfurter U-Bahn zum Beispiel unter aller Kanone. Selbst in der U-Bahn-Station Frankfurter Flughafen, die doch vielleicht eine Art Aushängeschild für Besucher aus aller Welt sein könnte, ist der Empfang nicht viel besser, obwohl es technisch gesehen doch eigentlich kein Hexenwerk sein sollte das zu lösen.
Und dennoch kann man sagen, dass wir hardwaremäßig insgesamt doch auf einem ziemlich guten Weg sind, denn jedes Jahr werden wir Zeuge neuer technischer Wunder. Jedes Jahr haben Computer und Smartphones mehr Rechenleistung, mehr Speicherplatz, bessere Kameras, höhere Bildschirmqualität und so weiter. Dabei arbeiten die meisten Geräte auch bemerkenswert zuverlässig, denn trotz allem Gerede vom eingebauten Verschleiß kann ich zum Beispiel vermelden, dass ich mein Tablet aus der eher unteren Preisklasse jetzt schon seit drei Jahren tagtäglich benutze, ohne dass es je irgendwelche ernsthaften Störungen gab. Mein Eindruck ist, dass elektronische Geräte nicht nur immer besser werden, sondern tatsächlich auch meistens eine ziemlich einwandfreie Qualität besitzen.
So, wie wir es ja auch von überall sonst gewohnt sind: Wer durch ein Kaufhaus geht und sich dort die Kochtöpfe, Armbanduhren und Pfeffermühlen betrachtet, der kann auch sehr genau hingucken und wird trotzdem keine Makel an ihnen finden. Die Preisspanne zwischen den verschiedenen Marken ist oft beeindruckend, aber selbst der günstigste Artikel ist meistens doch in seiner Verarbeitung tadellos - wäre es nicht so, dann würde ein Kaufhaus ihn vermutlich bald aus dem Sortiment nehmen, weil es sonst dem Ansehen der Kaufhauskette insgesamt schadet. So ist einfach das Gesetz des Marktes.
Aber nicht so bei Softwareprodukten. Selbst Computer- und Konsolenspiele, die man sich im Elektronikmarkt kaufen kann, sind längst nicht immer fehlerfrei, oder besser gesagt: Vollständig fehlerfreie Spiele sind mehr oder weniger die Ausnahme. Meistens laufen die zwei oder drei obersten Spiele der Verkaufscharts noch einigermaßen fehlerfrei, aber rundherum um diese einsame Insel der Glückseligkeit sinkt dann die Qualität schon ziemlich ab; jedenfalls wenn man auch noch andere Faktoren wie die deutsche Synchronisierung berücksichtigt - jeder noch so billige Kinofilm ist in diesem Punkt nah an der Perfektion, aber längst nicht jedes Computer- oder Playstationspiel.
Sogar noch um einiges bizarrer wird es, wenn man in die Onlineshops wie etwa den Google Play Store guckt. Meistens genügt schon ein Blick in die Kommentare, und es gehen einem die Augen über, wieviele Softwarefehler (auch Bugs genannt) in einer einzigen App stecken können. Das gilt für kostenlose Software natürlich ganz besonders, aber auch für bezahlpflichtige. Im App-Store vom Konkurrenten Apple mag das geringfügig besser sein als in Googles Onlineshop, weil dort die Qualitätsprüfung etwas strenger ist, aber auch dort ist die Lage keineswegs grundlegend anders, so weit wie ich informiert bin.
Oder wenn wir uns die klassischen Computer betrachten: Windows ist ja sogar schon berühmt-berüchtigt dafür, dass es ziemlich oft abstürzt. Das mag sich in den letzten Jahren vielleicht gebessert haben, aber dafür soll es jetzt andere Kuriositäten geben wie Updates, die unheimlich viel Speicherplatz belegen und von denen eigentlich kaum jemand so genau weiß, wofür genau sie gut sind. Auch lange Ladezeiten von Textverarbeitungsprogrammen, wenn man eigentlich nur schnell mal eine Notiz eintippen will, gehören zum leidvollen Alltag vieler Menschen - wenngleich das doch etwas ist, was auch Computer vor dreißig Jahren schon einigermaßen flüssig konnten.
Aber warum ist das so? Ich kann mit der ultimativen Antwort auf diese Frage hier leider nicht dienen, sondern nur verwundert feststellen, dass die ungewöhnlich schlechte Qualität von Softwareprogrammen noch nie auf der Titelseite von Spiegel, Stern oder Focus thematisiert wurde. Oder jedenfalls nicht, dass es mir bekannt wäre.
Zwei oder drei Theorien hätte ich vielleicht, womit das möglicherweise zusammenhängen könnte. Doch die hebe ich mir für einen späteren Eintrag auf diesem Blog auf. Vielleicht wird mir bis dahin auch noch ein besserer Begriff für dieses Problem unserer Zeit eingefallen sein. Oder vielleicht hat ja von euch jemand einen Vorschlag? Bis dahin bleibt es für mich ganz einfach: der qualitative Hardware-Software-Gap.

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1. Oktober 2019 [Volkswirtschaft]
Geld aus dem Hubschrauber? Bitte nicht!
Das bekannte Gleichnis vom Helikoptergeld feiert dieses Jahr seinen fünfzigsten Geburtstag. Es wurde 1969 vom US-amerikanischen Ökonomen Milton Friedman ersonnen und ist auch heute noch in den Köpfen der meisten Menschen präsent. Es handelt sich, ganz einfach ausgedrückt, um das Bild eines Hubschraubers, der von oben Geldscheine auf die Bevölkerung herunterwirft.
Um zu verstehen, wozu und weshalb, müssen wir vielleicht zuerst einmal einen Schritt zurücktreten und uns überlegen, was Wirtschaftswissenschaft überhaupt ist:
Das Wirtschaftsgeschehen auf dieser Welt wird von Ökonomen traditionell aus zwei Perspektiven betrachtet. Da ist zum einen die Perspektive des einzelnen Unternehmers, quasi die Froschperspektive. Und zum anderen die gesamtgesellschaftliche Perspektive, also die Vogelperspektive. Aus diesen zwei Sichtweisen haben sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zwei Wissenschaften entwickelt, nämlich die BWL (Betriebswirtschaftslehre) und die VWL (Volkswirtschaftslehre). An Universitäten werden die beiden Fächer aber natürlich oft zusammen gelehrt.
Das zu verstehen ist aber insofern wichtig, als dass wirtschaftliche Zusammenhänge manchmal verschiedenen Gesetzen folgen, je nachdem welche der zwei oben genannten Perspektiven man einnimmt. Um nur das einfachste Beispiel zu nennen: Aus der Sicht eines Unternehmers wird der wirtschaftliche Erfolg umso größer, je niedriger die Löhne sind und je größer die Nachfrage nach den Produkten, die er verkauft. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht hingegen bedingt hier das eine das andere: Je niedriger das allgemeine Lohnniveau, desto geringer ist die Nachfrage nach Produkten (Binnennachfrage). Steigen die Einkommen, dann wirkt sich das auch für die Gesamtwirtschaft positiv aus.
Das mag einigermaßen paradox erscheinen, aber so ist es. Man denke hier an Henry Ford, der bewusst höhere Löhne zahlte als eigentlich notwendig, da er auf diese Weise die Nachfrage nach seinen Autos erhöhen wollte. Ob das auch unternehmerisch Sinn machte - weil Ford ein sehr großes Unternehmen war und es deswegen naheliegend für die Arbeiter war, sich einen Ford und nicht irgendein Konkurrenzauto zu kaufen, was ihnen ja nicht verboten gewesen wäre - oder ob es nicht doch eher so war, dass Henry Ford über den Tellerrand des eigenen Unternehmerdaseins hinaus und in gesamtgesellschaftlichen, also volkswirtschaftlichen Dimensionen dachte, das will ich hier gar nicht entscheiden. Fest steht aber wohl, dass es jedenfalls keinen Automatismus in dem Sinne gibt, dass doppelte Löhne für die Fabrikarbeiter auch immer doppelte Gewinne für den Unternehmer bedeuten.
Nichtsdestotrotz scheinen Linke und Gewerkschafter diese Henry-Ford-Anekdote zu lieben. Und wenn wir uns hier mal klar machen warum, wird uns das anschließend auch dabei helfen, das Gleichnis mit dem Helikopter gedanklich besser einordnen zu können:
Hohes Ansehen in einer Gesellschaft genießt für gewöhnlich der, der in seinem Handeln Altruismus zeigt und etwas für die Gemeinschaft tut. Das tun Bergarbeiter, Stahlkocher, Eisenbahner und Piloten für gewöhnlich; denn zwar bekommen sie alle am Ende des Monats einen Lohn oder ein Gehalt, aber dies nie einfach nur so, sondern nachdem sie dafür eine Leistung für die Gesellschaft erbracht haben, die mindestens dessen Wert entspricht oder noch größer ist. Deswegen hat man vor ihnen oft mehr Respekt als vor dem "Penner" am Straßenrand, der Vorbeigehende um einen Euro anbettelt, ohne etwas dafür getan zu haben. Oder so ungefähr jedenfalls ist das Bild in sehr weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit, und so wird es einem oft schon im Kindergarten beigebracht.
Das klingt so weit alles ganz logisch, wirft aber eine Frage auf: Was ist, wenn jemand, der normalerweise arbeitet, jetzt auf einmal streikt und somit "nichts tut"? Weil er für sich selbst höhere Löhne haben will. Tut er das dann auch für die Allgemeinheit, oder tut er das dann ausnahmsweise mal nur für sich selbst?
Solche Fragen sind natürlich auch irgendwie kleinlich, denn wenn jemand dreihundert Tage im Jahr hart gearbeitet und etwas geleistet hat, dann gönnt man es ihm ja auch, wenn er anschließend mal vier oder fünf Tage lang etwas nur für sich selbst fordert. Und immerhin streiken deutsche Arbeiter ja auch deutlich seltener als zum Beispiel französische.
Nur, jeder Gewerkschafter, der etwas auf sich hält, wird das so auch nicht auf sich sitzen lassen: Selbstverständlich, so wird er argumentieren, werden auch diese vier oder fünf Streiktage im Jahr (wieviele auch immer es sind) keinesfalls aus eigennützigen Motiven veranstaltet, sondern dienen zugleich dem Wohl der Gemeinschaft! Denn durch die höheren Löhne, die mit dem Streik durchgesetzt werden sollen, steigt doch dann anschließend auch die Nachfrage im Land. Das belebt wiederum die Wirtschaft, und das kommt am Ende allen zugute, sogar noch den eigenen Aktionären.
Wer an dieser Stelle jetzt noch gekonnt Henry Ford zu zitieren versteht, der kann sich sicher sein, in jeden Betriebsrat gerne gewählt zu werden...
Und genau hier tritt nun Milton Friedman mit seinem Gedankenexperiment vom Helikoptergeld auf die Bühne.
Denn dieser Ökonom wirft nun die Frage auf, was denn wäre, wenn jemand (zum Beispiel die Notenbank) einfach mit einem Helikopter über das Land fliegen und einige Milliarden Dollar in Geldscheinen auf die Menschen am Boden herunterregnen lassen würde. Und jeder schnappt sich ganz einfach das, was er kriegen kann... Wie würde sich das dann wohl auf die Nachfrage auswirken, und damit natürlich auch auf die Konjunktur?
Die Nachfrage würde steigen. Denn natürlich würden die Leute das Geld anschließend auch wieder ausgeben, um sich damit Wünsche zu erfüllen... Im ungünstigsten Falle würden sie dann vielleicht auch weniger arbeiten; aber das muss ja gar nicht unbedingt so sein. Wer kündigt gleich seinen Job, nur weil er von irgendwoher mal eine Hand voll Banknoten extra bekommen hat?
Der Reiz bei diesem Gedankenexperiment liegt, denke ich, darin, dass es das moralische Hauptargument der Gewerkschafter in Bezug auf die Gesamtökonomie irgendwie ad absurdum führt: Löhne zu erhöhen ist nicht, wie behauptet, die einzige Möglichkeit, die Nachfrage nach Produkten zu erhöhen und damit die Konjunktur zu beleben. Es existieren ganz offensichtlich auch noch andere denkbare Methoden.
Zugleich aber ist dieses Bild mit den herabschwebenden Geldscheinen und den Menschen, die sich mit glänzenden Augen darauf stürzen, natürlich auch irgendwie albern und unmoralisch. Immerhin bekämen ja dann diejenigen das meiste Geld, die am gierigsten danach schnappen. Und wer will das schon?
Somit steckt also hinter dem Bild vom Helikoptergeld immerhin genügend rationale Überlegung, dass sich Wirtschaftswissenschaftler auf ernsthafte Weise damit befassen, aber zugleich ist es auch irgendwie zu albern, als dass Politiker ernsthaft darauf hinarbeiten würden, es in die Praxis umzusetzen; jedenfalls sofern es mehr als nur eine punktuelle, vorübergehende Maßnahme sein soll. Als mehr war es ja aber auch nie gedacht.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Aber interessant ist noch, dass man auch in der Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen immer mal wieder auf den Begriff des Helikoptergeldes stößt. Wie kommt das?
In der Schweiz wurde vor einigen Jahren mal mit einem großen Lastwagen fürs Grundeinkommen geworben, der vor den Kameras eine ganze Ladung golden schimmernder Geldstücke auf die Straße auskippt. Wer dieses Bild noch vor Augen hat, dem mag die Assoziation zu einem Helikopter, der grüne Banknoten abwirft, vielleicht auch naheliegend erscheinen. Was genau also ist da der Unterschied?
Der Unterschied ist, dass es sich bei dem bedingungslosen Grundeinkommen um einen Rechtsanspruch handelt, den jeder Bürger bekommen soll. Es ist also gerade nicht bloß eine Maßnahme zur Konjunkturbelebung, und vor allem: Es bekommt nicht derjenige am meisten Grundeinkommen, der am gierigsten danach schnappt. Die Zufallskomponente, die ja beim Bild des Helikopters und den Gefühlen, die es in uns heraufbeschwört, eine ganz wesentliche ist, existiert beim BGE ganz einfach nicht.
Hinzu kommt, dass ein Helikopter mal einfach so angeflogen kommt - und alle, die wie das Mädchen im Sterntalermärchen darunter stehen, wissen kaum, wie ihnen geschieht. Ein bedingungsloses Grundeinkommen dagegen kommt nicht einfach so zu uns geflogen, sondern es muss vorher zuerst eine gesellschaftliche, dann eine politische Debatte darüber geführt werden; und sobald eine demokratische Mehrheit dafür zustande kommt, weiß jede*r von uns schon genau, was da auf uns zukommt (jedenfalls, was den Geldbetrag und die Auszahlungsmodalitäten anbelangt - nicht, was das sonstige Leben anschließend mit dem BGE betrifft).
Deswegen kann ich persönlich auf ein Helikoptergeld dankend verzichten, ein bedingungsloses Grundeinkommen dagegen will ich haben. Und wenn ihr bei BGE-Diskussionen auf blumige Bilder nicht verzichten wollt, dann verwendet doch lieber das mit dem Gießkannenprinzip: Wasser, das aus einer Gießkanne strömt und Blumen zum Wachsen bringt, beschreibt den Gedanken des Grundeinkommens nämlich, so finde ich, deutlich besser als jener Hubschrauber, nach dessen Banknoten wir mit Hast und Eile greifen müssen.

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28. September 2019 [Umweltschutz und Technik]
Wege in eine autofreie Gesellschaft
Vor zwei Wochen haben hier in Frankfurt am Main am Rande der Automobilausstellung IAA etliche tausend Menschen für die Verkehrswende demonstriert, also für den Umstieg vom Auto zu anderen Verkehrsmitteln. Viele dieser Demonstranten kamen mit dem Fahrrad und vermittelten so die Botschaft, der Drahtesel sei die perfekte Alternative. Persönlich finde ich das eher kurios, denn es ist doch nicht nur die Umwelt wichtig, sondern auch der Komfort und die Lebensqualität. Und darin sehe ich auch gar keinen großen Gegensatz, denn je mehr die technische Entwicklung voranschreitet, desto besser lassen sich auch Komfort und Umweltschutz miteinander verbinden. Wir müssen die Möglichkeiten nur ergreifen, die sich uns bieten. Deswegen hier ein paar vermischte Gedanken dazu:
- Große Hoffnungen setzen zurzeit viele Leute auf E-Autos. Ob diese wirklich umweltfreundlicher sind als herkömmliche Autos, hängt natürlich davon ab, wie der Strom dann produziert wird. Aber da der Atomausstieg in Deutschland bereits beschlossene Sache ist und die Braunkohlekraftwerke vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft ebenfalls stillgelegt werden könnten, bin ich in diesem Punkt einigermaßen optimistisch.
- Reizvoll an E-Autos ist vor allem auch, dass man sie sich auch leicht als automatisch fahrende, also "fahrerlose" Fahrzeuge vorstellen könnte. So etwas wird bestimmt noch zu unseren Lebzeiten möglich sein. Allerdings ist zu bedenken, und darauf macht der bekannte Buchautor Richard David Precht auch immer wieder aufmerksam, dass man für einen erfolgreichen Einsatz solcher Autos in Innenstädten auch überall alles mit Videokameras "überwachen" müsste, damit zum Beispiel keine Fußgänger, die plötzlich auf die Straße laufen, von diesen Fahrzeugen angefahren werden. Ob wir das wollen oder nicht, hängt vermutlich davon ab, wie wir mit dem Thema Datenschutz umgehen und wie groß unsere Angst ist, dass Daten missbraucht werden können. Persönlich halte ich solche Ängste zwar einerseits für berechtigt in dem Sinne, dass wir uns darüber in der Tat Gedanken machen sollten (so wie über alles im Leben), aber andererseits auch für etwas übertrieben. Denn mit dem bedingungslosen Grundeinkommen werden wir so oder so weniger erpressbar, und es wird in unserer Gesellschaft vielleicht mehr als heute das Motto gelten "leben und leben lassen". Wer mit wem fremdgeht oder wer wann angetrunken die Straße entlangtorkelt, wird dann vielleicht gar nicht mehr so eine große Rolle spielen. Die berühmten Partyfotos vom Freitagabend, die der Chef mal schnell über Google findet, schon gar nicht.
- Obwohl ich fahrerlose Autos also für gar keine so schlechte Idee halte, lohnt es sich trotzdem, auch noch über weitere Alternativen nachzudenken. Eine davon existiert heute schon: nämlich E-Scooters, auch E-Roller genannt. Ich bin immer unentschlossen, welchen der beiden Begriffe ich verwenden soll. Auf jeden Fall wurden diese E-Roller hier in Frankfurt am Main gerade dieses Jahr neu eingeführt, und sie scheinen, so hab ich zumindest den Eindruck, so weit ganz gut zu funktionieren. Bei diesem System muss man sich keinen eigenen E-Roller kaufen, sondern kann sie sich immer spontan ausleihen, wenn man gerade einen braucht. Ein Nachteil dabei ist, dass das im Augenblick noch relativ teuer ist, unter anderem auch deswegen, weil E-Roller, habe ich gehört, schon nach wenigen Monaten verschlissen sind und durch neue ersetzt werden müssen. Dieser Nachteil ist natürlich ein sehr ernster, speziell auch vom Aspekt des Umweltschutzes her. Aber die Entwicklung steht ja auch gerade erst am Anfang. Wer weiß, ob solche Probleme nicht im Laufe der kommenden Jahre gelöst werden können? Wenn ja, dann sollten wir uns vielleicht auch mal ernsthaft überlegen, ob man dieses Verkehrsmittel im Innenstadtbereich den Leuten nicht auch kostenlos zur Verfügung stellen könnte, und zu diesem Zweck auch noch einige zusätzliche Straßen (abgesehen von der Fußgängerzone) für den Autoverkehr sperrt. Für den Zuliefererverkehr könnte man in den frühen Morgenstunden eine Ausnahmeregelung treffen.
- Allgemein ist zu konstatieren, dass man in modernen Großstädten wie Frankfurt am Main auch heute schon nicht unbedingt ein Auto braucht, selbst wenn man nicht gerne Fahrrad fährt. Denn der öffentliche Nahverkehr ist in der Regel gut ausgebaut. Man könnte ihn aber noch attraktiver gestalten: Zum Beispiel könnte man das Tarifsystem vereinfachen. Naheliegend ist das, was hier in Deutschland die Piratenpartei schon seit einigen Jahren fordert, nämlich, dass man den ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr) im Innenstadtbereich einfach kostenlos anbietet. Das kostet natürlich Geld, welches aus öffentlichen Mitteln bereit gestellt werden müsste. Aber da der Schutz der Umwelt und des Klimas im allgemeinen Interesse ist, wäre es definitiv legitim und gerechtfertigt, einen nicht unbedeutenden Anteil der Steuergelder für PKWs und Treibstoff hierhin umzuleiten. Zu bedenken ist, dass das auch den Autofahrern selbst zugute kommen würde, da es dann weniger Staus auf den Straßen und mehr freie Parkplätze gäbe.
- Die Betriebkosten für den öffentlichen Nahverkehr könnte man auch heute schon reduzieren, indem man fahrerlose U-Bahnen baut. Die gibt es nämlich bereits, und sie scheinen gut zu funktionieren. In welchen europäischen Städten fahrerlose U-Bahnen schon in Betrieb sind, seht ihr hier. Unter anderem sind das London, Paris und Rom, sowie in Deutschland die Stadt Nürnberg. Warum gibt es das nicht schon überall? Vermutlich werden U-Bahn-Fahrer einfach zu schlecht bezahlt, sodass sich der Umstieg für die Verkehrsbetriebe nicht lohnt. Reizvoll ist es allerdings sich zu überlegen, dass solche automatischen U-Bahnen neben der reinen Kostenersparnis auch noch andere Vorteile böten. So könnte man auf manchen Strecken vielleicht bei konstanten Betriebskosten die Taktfrequenz erhöhen, und so den Umstieg vom Auto auf die U-Bahn noch attraktiver machen. Nichts ist nerviger auf der Welt, als ständig auf die Uhr schauen zu müssen, wann endlich der nächste Zug kommt - sobald aber die Züge irgendwo im Zehn-Minuten-Takt oder öfter fahren, muss man gar nicht mehr auf die Uhr schauen, sondern kann einfach spontan irgendwo einsteigen. Hilfreich ist dabei auch, wenn die elektronischen Anzeigen an den Bahnsteigen leicht zu lesen und zuverlässig sind. In diesem Bereich dürften wohl heute längst noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sein.
- Politisch wird oft gefordert, dass die Leute weniger fliegen und mehr mit der Bahn reisen sollen. Zugleich wird aber, kommt mir vor, sehr wenig dagegen getan, dass die Deutsche Bahn inzwischen notorisch unpünktlich ist. Warum fällt es den/uns Deutschen so schwer, da mal so richtig auf den Tisch zu hauen? Ich weiß es nicht. Wie oft die Deutsche Bahn tatsächlich unpünktlich ist - oder vielleicht ist es ja auch nur mein Eindruck -, darüber kann man sich übrigens hier im Bahntagebuch eines Grünenpolitikers ein Bild machen. Persönlich geht es mir auf jeden Fall sehr auf die Nerven, wenn ein Zug zu spät kommt, und ich kann da jeden verstehen, der deswegen eigentlich lieber mit dem Auto fährt.
- Und als letzten, aber nicht unwichtigsten Punkt möchte ich auch noch die Möglichkeit ansprechen, dass man verkehrspolitisch auf kürzere Wege zwischen Wohnort und Arbeitsplatz oder Wohnort und Schule/Kindergarten hinarbeitet. Das wird bisher nämlich noch viel zu wenig ernst genommen. Die berühmt-berüchtigte Pendlerpauschale beispielsweise, welche demnächst erhöht werden soll, geht da genau in die falsche Richtung: Wer weit weg von seinem Arbeitsplatz wohnt, bekommt dadurch besonders großzügige Steuererleichterungen. Auch wird es in Deutschland Eltern, wie ich gehört habe, nicht immer sehr leicht gemacht, ihre Kinder in der Schule anzumelden, bei der sie den kürzesten Weg haben. In diesem Bereich gäbe es sicher noch einiges an Verbesserungsmöglichkeiten, etwa durch Nutzung modernerer und anwenderfreundlicherer Verwaltungssoftware, über die in den Medien noch zu wenig diskutiert wird. Und auch viele Behördengänge, die Autofahrten und damit CO2-Ausstoß notwendig machen, könnten durch bessere Online-Angebote eingespart werden.
Fazit: Auch ohne dass gleich jeder aufs Fahrrad umsteigt, gäbe es zahlreiche Schritte, die man in Richtung einer autofreien Gesellschaft gehen könnte. Lasst uns nur endlich mal damit anfangen!

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27. September 2019 [Nostalgie]
Erinnerungen an den Game Boy
Der Game Boy kam 1989 auf den Markt und gehört, wenngleich ich ihn erst zwei Jahre später kennenlernte, zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Vermutlich ist das etwas, was ich mit fast allen anderen (mitteleuropäischen) Menschen meiner Generation gemeinsam habe, und was mich, beziehungsweise uns, sowohl von Älteren als auch von Jüngeren unterscheidet. Grund genug, hier einmal ganz den Fokus darauf zu richten.
Für alle jüngeren Leser, die den Game Boy vielleicht noch nicht (also: nicht mehr) kennen, sei gesagt, dass das eine tragbare Spielekonsole mit Bildschirm (Handheldgerät) von Nintendo war, bei dem der Bildschirm noch keine Farben darstellen konnte, sondern nur verschiedene Grüntöne. Genau das hat ihn faszinierend gemacht.
Zur damaligen Zeit war es auch relativ neu, dass ein tragbares elektronisches Gerät überhaupt interaktiv sein konnte. Bis dahin gab es als Zeitvertreib mit Batterien eigentlich nur Walkmans, also tragbare Kassettenrecorder, bei denen man auf den Playknopf drücken konnte und daraufhin dann Musik oder eine Geschichte zu hören bekam. Dass man irgendwo auch selber in das Geschehen, das einem vermittelt wurde, eingreifen konnte, das war eine Neuerung, die der Game Boy brachte.
Daneben gab es zu jener Zeit natürlich auch schon Computer, aber die hatte noch nicht jeder, und man konnte sie aufgrund ihrer Größe nicht einfach so in den Urlaub mitnehmen. Um nur zwei Nachteile zu nennen.
Was den Game Boy so besonders gemacht hat, war vor allem auch die große Auswahl von Spielen, die es dafür gab. Die konnte man sich damals noch nicht über das Internet herunterladen, sondern sie waren auf kleinen, viereckigen Datenträgern aus Plastik gespeichert, die man in quadratischen Kartonverpackungen im Handel erwerben konnte, etwa in Kaufhäusern, Elektronikmärkten oder in Spielwarengeschäften.
Mein liebstes Gameboyspiel war mit Abstand "Zelda - Link's Awakening". Erst weit abgeschlagen auf dem zweiten und dritten Platz folgten die heute etwas bekannteren Super-Mario-Spiele und Tetris.
Die meisten Spiele, die es für den Gameboy gab, gab es außerdem auch für die Spielkonsole. Das war Ende der achtziger Jahre die NES (Nintendo Entertainment System), Anfang der neunziger Jahre dann die SNES (Super Nintendo Entertainment System). Über eine Spielkonsole konnte man die Spiele am Fernseher und in Farbe spielen, allerdings waren die Farben damals natürlich noch nicht so realistisch wie in heutigen Spielen, und so waren für mich Gameboyspiele eigentlich beinahe das interessantere Spieleerlebnis: Dort konnte man sich immer in seiner Fantasie ausmalen, wie diese Spiele wohl aussehen würden, wenn sie in Farbe wären. Insbesondere bei Zelda war das für mich entscheidend, denn dieses Spiel wirkte in Grüntönen irgendwie viel ernster und epischer als alle anderen Versionen davon.
Und schließlich war bei Gameboyspielen auch noch der Sound recht bemerkenswert. Er klang immer ein klein wenig künstlich und "metallisch", zugleich war es aber auch damals schon so, dass im Prinzip jedes Musikstück auch für den Game Boy umgesetzt werden konnte. Besonders gerne erinnere ich mich zum Beispiel an den Soundtrack von Cliffhanger, einen Kinofilm, den es auch als Gameboyspiel gab: Das Spiel selbst war eigentlich sehr langweilig, aber die Musik darin großartig. Ähnlich wie bei den frühen Computerspielen lag die Faszination dabei wohl ganz einfach aus dieser Mischung von Bekanntem und Neuem, von Klangmustern aus der Welt außerhalb des Computers und typisch Elektronischem.
Heute verschwimmt diese Grenze zusehends, denn was man aus den Lautsprechern eines Computers hört, klingt nicht mehr grundsätzlich anders als das, was man auch aus dem Fernseher oder im richtigen Leben hört. Feine Unterschiede mag es immer noch geben, aber die sind nicht mehr zu vergleichen mit jenen zwei Welten, die ich als Kind der achtziger und neunziger Jahre durchlebte.
Tatsächlich glaube ich, dass die historische Rolle des Game Boys (eines der meistverkauften Handheld-Spielegeräte aller Zeiten) unter anderem auch darin bestand, dass sie einer ganzen Generation eine Art Fenster eröffnete, welches uns von der Welt des Analogen in die des Digitalen führte. Während vorher noch alles um uns herum analog gewesen war - Fotos wurden noch analog geschossen, Telefone hatten meistens keine Displays, Bücher und Zeitungen waren immer auf Papier gedruckt - sind wir heute quasi überall vom Digitalen umgeben und haben schon beinahe das Gefühl, dem ausgeliefert zu sein und gar nicht mehr entkommen zu können. Während der ziemlich genau zehn Jahre allerdings, in denen der Game Boy modern war - von 1989 bis 1999 - war es so, dass es die Welt des Digitalen gab, aber nicht überall: Sie begann, wenn man den Game Boy einschaltete und hörte auf, wenn man ihn wieder ausschaltete. Beides geschah mit einem real existenten, anfassbaren Schieberegler.
So blieb also die Welt des Digitalen für uns als Kinder von damals immer in einer klar von der Außenwelt abgegrenzten, überschaubaren Box. Aber diese Box immerhin war ziemlich spannend, und die Faszination, die sich daraus entwickelte, begleitet mich und auch andere meiner Generation auch heute noch im Erwachsenenleben. Es war, denke ich, ein Schritt in unserer geistigen Entwicklung, so wie das Schwimmen oder das Fahrradfahren oder alle die Schulen, die wir im Laufe des Lebens besucht haben mögen.
Eher ein bisschen kurios wirken daher auf mich Spiegel-Online-Artikel wie dieser hier, wo der Game Boy zwar gefeiert und gewürdigt wird, aber dann doch irgendwie auf sehr eigenartige Weise. Der Titel dort lautet "Verschwende deine Jugend!" und im Kontrast dazu schreibt dann jemand aus ungefähr meiner Generation, dass er als Kind viel Game Boy gespielt hat und "keine Minute bereut". Titel und Text passen hier also eigentlich nicht so recht zusammen, auch wenn man der Spiegel-Redaktion ein bisschen Humor zugesteht. Erklären kann ich mir das nur so, dass man auf Spiegel-Online zwar die "jüngere" (unter Anführungsstrichen!) Generation zu Wort kommen lassen, sie aber gleichzeitig nicht zu ernst nehmen will.
Denn wo kämen wir da denn hin? Würde auf dieser Homepage wirklich allen Ernstes und ganz ohne ironisches Augenzwinkern suggeriert, dass der Game Boy für unsere Gesellschaft etwas Segensreiches gewesen sein könnte, dann würden manche der älteren Leser vermutlich ihr Abonnement kündigen...

Hier verlinke ich euch noch den Wikipedia-Artikel über den Game Boy.

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26. September 2019 [Kaufempfehlung]
Kölln Müsli: Nuss & Krokant
Ich beginne diesen Blog hier mit einer Kaufempfehlung. Manche werden jetzt argwöhnen, dass ich von der Firma Kölln bezahlt bin, aber das ist nicht der Fall. Es ist viel mehr so, dass es selten genug wirklich gute Produkte auf dem Markt gibt. Wenn es dann doch mal so eines gibt, dann verdient das, finde ich, gewürdigt zu werden:
Und zwar kann ich das Müsli "Nuss & Krokant" von Kölln empfehlen. Ihr könnt es euch hier angucken.
Dieses Müsli ist erstens vom Geschmack her sehr ausgewogen, und zweitens enthält es auch relativ wenig Zucker: 7,7 Gramm pro 100 Gramm.
Zum Vergleich enthält das Müsli "Früchte - ohne Zuckersatz" derselben Marke, das ich bisher immer ganz gerne gegessen habe, 22 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Es lohnt sich also, genau auf die Nährwertangaben zu schauen.
Der Preis für das Müsli "Nuss & Krokant" beträgt normalerweise drei Euro pro Packung, aber diese Woche ist es gerade bei Rewe im Sonderangebot und kostet dort nur zwei Euro pro Packung. Ich habe mir deswegen gleich mehrere Packungen auf Vorrat gekauft. Man hat ungefähr elf Monate Zeit, so etwas aufzubrauchen.